bwin Inside: Bookies, Quoten und die beliebtesten Wetten

Schlagzeilen zu Staatsvertrag und Lizenzen, Logos auf Trikots von Top-Vereinen wie Real Madrid, Fernsehwerbung und Hätte-ich-doch-gewettet-Geschichten im Freundeskreis: Wetten – und insbesondere Sportwetten – sind in aller Munde. Aber wie funktioniert das eigentlich mit den Quoten? Wie viel wird in Deutschland gewettet? Und worauf? Unser Inside Report liefert Antworten auf die spannendsten Fragen.

3 Millionen User – Tendenz steigend

Zur Jahrtausendwende war die Sache noch ziemlich einfach: Wer auf die Bundesliga wetten wollte, gab im Kiosk seinen bescheidenen Toto-Schein ab. Oder er machte sich im Internet, das seinerzeit bekanntlich noch in den Kinderschuhen steckte, auf die Suche nach einem ausländischen Buchmacher. Der eine oder andere versuchte es auch mit Briefwetten. Sportwetten-Pioniere hatten dem dahinsiechenden DDR-Staat zu Wendezeiten Lizenzen abgerungen, die auch 10 Jahre später noch bestand hatten und zur Tippabgabe per Briefträger berechtigten. Hier begann unter anderem die Geschichte von bwin in Deutschland, seinerzeit noch unter dem Markennamen betandwin. Was folgte, war ein rasanter Aufschwung für bwin und die gesamte Branche. Immer mehr Sportfans wollten mit ein paar Euro Einsatz noch aktiver mitfiebern und ihr Sportwissen versilbern. Der Aufstieg des Internets begünstigte den Boom, der das staatliche Toto-Angebot marginalisierte und private Anbieter aufblühen lies. Heute wetten in Deutschland Schätzungen zufolge 3 Millionen User regelmäßig online. Der Jahresumsatz liegt laut Medienberichten bei etwa 5 Milliarden Euro.

Von 2006 bis 2010 trug der AC Mailand das bwin Logo auf der Brust.

Bookies: Herren über die Quoten

Wetten bedeutet für die Meisten: Spannung, Leidenschaft, Adrenalin. Nur für einen nicht – für den Buchmacher, meist schlicht Bookie genannt. Der Job des Bookies ist kein einfacher, muss er doch im emotionalen Sportgeschehen kühlen Kopf bewahren. Er soll attraktive Angebote schnüren, die den Kunden gefallen und sie nachhaltig überzeugen. Gleichzeitig soll er für seinen Arbeitgeber Gewinn erwirtschaften. Also in etwa wie Dein Lieblingsbäcker: Die Brötchen müssen so knackig sein, dass Du regelmäßig genau zu ihm pilgerst. Und wenn alles gut läuft, fallen für den Bäckermeister auch ein paar Cent ab. Hier heißt es für die Bookies, die Balance zu halten. Sie spielen nicht – sie rechnen. In dem Moment, wo den Usern für einen Sieg von Team A eine Quote X angeboten wird, muss dem ein Wert Y für einen Erfolg von Team B gegenüberstehen. Setzen nun die Kunden, gleichen sich beide Seiten im Optimalfall ungefähr aus. Platziert aber eine zunehmende Zahl an Usern Wetten auf Team A, so drückt der Buchmacher nicht schlicht Team B die Daumen und wartet ab. Er erhöht die Quote für Team B und verlagert so das Risiko.

Wer bei Sportwetten gewinnt

Der Bookie hat stets das Ziel, für sein Unternehmen einen rechnerischen Gewinn in Höhe von 5-10% der Einsätze zu erwirtschaften. Der Rest wird wieder an die User ausgeschüttet. Eine beispielhafte Überschlagsrechnung: Gewinnt ein User mit einem Einsatz von € 10 und der Quote 2.00 € 20, muss ein anderer User eine Wette mit € 11 Einsatz verlieren. € 10 dieser € 11 wandern zu dem Gewinner der ersten Wette, € 1 (~9%) gehen an den Wettanbieter. Hiervon muss das Unternehmen natürlich seine laufenden Kosten bezahlen und schließlich auch diverse Steuern entrichten.

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Auf diese Sportarten wetten die bwin User

Soweit die graue Theorie. Aber worauf wetten die Deutschen in der Praxis? Wir haben die Bookies gefragt – und einige zum Teil doch recht überraschende Antworten erhalten. Los geht es allerdings wie erwartet: Klare Nummer 1 in der User Gunst ist natürlich König Fußball. 73% aller im Vorjahr bei bwin abgeschlossenen Wetten bezogen sich auf Bundesliga, Champions League & Co. Dahinter liegt Basketball mit 7,5%, vor Tennis, Eishockey und dem mit 1,5% recht abgeschlagenen Handball. Doch wo ist eigentlich die Formel 1? Wo Skispringen? Wo Boxen? Aber klar: In diesen Sportarten finden einfach viel zu wenige Events statt, um überhaupt in die Phalanx der großen Ballsportarten vordringen zu können.

Die beliebtesten Bundesliga-Wetten

Aber zurück zum Fußball. Auf was wird in der Bundesliga eigentlich gewettet? Einfach auf Heimsieg, Unentschieden oder Auswärtssieg. Die simple Antwort: Ja! Zumindest sind Zweidrittel aller Wetten zur deutschen Eliteliga klassische 1X2-Siegwetten. Mit Respektsabstand folgen Handicaps und die doppelte Chance. Hier wird – bei geringerer Quote – auf 2 mögliche Spielausgänge gesetzt, also etwa „Unentschieden oder Auswärtssieg“. Durchaus eine Überraschung: Die 2-Weg Spezialwette auf Platz 5. Endet das Spiel unentschieden, gibt es bei dieser Wettart den Einsatz zurück. Spannend ist übrigens die Entwicklung bei der Meisterwette. Wie in unserer Grafik leicht zu erkennen ist, sanken die Einsätze auf den FC Bayern in den letzten Jahren rapide. Der Grund liegt auf der Hand: Weil Lahm & Co. so stark sind, haben die Buchmacher das Risiko vom Überfavoriten aus München wegverlagert. Sie bieten nur noch sehr geringe Quoten für den Rekordmeister an. Für die User war somit zuletzt nur noch mit einem Überraschungsmeister Geld zu verdienen. Und da entschieden sich eben die meisten für Borussia Dortmund.

Autor

Marco ist bwin Urgestein mit doppeltem Master-Abschluss, ewiger Freund des Underdogs und in unserer Redaktion seit jeher für die Themen zuständig, um die sich alle anderen drücken - von Bowls bis Unihockey. Bundesliga, Premier League und Boxen kann er aber auch.

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